Kunst & Kultur.

 

 

KATHOLISCH-SOZIALES INSTITUT

 

Tagen – bilden – genießen  

Siegburgs Neubürger stellt sich vor

 

Als sich das Katholisch-Soziale Institut (KSI) noch im Bau befand, war das Interesse der Siegburger schon überwältigend. Bei Führungen bildeten sich lange Warteschlangen. Und beim Tag der offenen Tür anlässlich der offiziellen Eröffnung am 7. Mai dieses Jahres machte sich gefühlt die ganze Stadt auf den Weg hoch auf „ihren Berg“, um sich ein Bild davon zu machen, wer eigentlich da oben eingezogen war. Der Stadtverführer hat einmal nachgefragt, wie der „Neubürger“ sich selbst sieht, welche Ziele er verfolgt und was den Gast erwartet.

 

Ort des Dialogs 

„Tagen, bilden und genießen“ – mit diesen drei Schlagworten lässt sich das ganzheitliche Bildungskonzept des KSI beschreiben, das am 18. Oktober 1947 von Josef Kardinal Frings als Akademie der Erwachsenenbildung auf Grundlage der Katholischen Soziallehre gegründet wurde und bis zum Umzug nach Siegburg seinen Sitz in Bad Honnef hatte. Im Zentrum der programmatischen Arbeit stehen Veranstaltungen und Seminare zu Gesellschaft, Politik und Kultur für unterschiedliche Adressatengruppen, um  Menschen eine Orientierung in Glaube und Gesellschaft zu geben. Das KSI ist seinem Auftrag entsprechend ein Ort des Dialogs für Kirche, Politik und Gesellschaft. Es  will Menschen zu einem christlichen, wertbezogenen Handeln befähigen und im Sinne einer kirchlichen „Denkfabrik“ an der Erarbeitung von Leitbildern mitwirken. Derzeit ist das pädagogische Team des KSI vorwiegend in sechs Programmbereichen tätig: „Ethik und Gesellschaft“, „Religion – Spiritualität – Philosophie“, „Medien und Kommunikation“, „Kunst und Kultur“, „Beruf und Schule“ sowie „Menschen und Termine“. Die Weiterentwicklung des Programmangebotes ist dabei eine fortwährende Aufgabe. 

 

Weiterbildungseinrichtung

In den letzten Jahren wurden eine Vielzahl von neuen Programmbereichen, Tagungen und Veranstaltungen neu konzeptioniert und implementiert. Beispielsweise Vernissagen, Filmmatineen und Vivents. Ein besondererSchwerpunkt der Arbeit des Hauses sind Tagungen und Seminare für Mitarbeitervertreter (MAV) im kirchlichen/caritativen Dienst. In ihnen findet eine Auseinandersetzung mit den Zielen, Problemen und Handlungsmaximen der MAV-Arbeit statt. Zentrale Themen sind zudem Arbeits-, Sozial- und MAV-Recht sowie methodische Hilfen für die konkrete Arbeit. In den neunziger Jahren wurde das KSI zum Medienkompetenzentrum des Erzbistums Köln ausgebaut und verfügt seitdem über modernste Video- und Audiotechnik. Jährlich finden im Themenbereich „Medien und Kommunikation“ zahlreiche Seminare und Workshops statt, in denen die Teilnehmer die theoretischen – aber eben auch praktischen – Grundlagen des Radio- und Filmemachens vermittelt bekommen.

 

Tagungen und Seminare 

Im Institut finden zudem wertbildende Prozesse statt. Kern in der konzeptionellen Ausgestaltung des KSI ist ein ganzheitlicher Bildungsansatz – der gesamte Rahmen einer Tagung oder einer Veranstaltung muss in sich stimmig sein. 

 

„Lernensemble“

Das KSI bietet mit seinem hellen, freundlichen und lichtdurchfluteten Ambiente einen attraktiven Rahmen für Veranstaltungen aller Art sowie für private Feierlichkeiten. Daneben finden sich im Tagungshaus sowie im Außengelände des KSI viele Orte für kleinere Pausen und Erholungen. 

Die Kombination aus Architektur, Innenarchitektur sowie künstlerischen Impulsen wird im KSI als „Lernensemble“ bezeichnet. Zu dieser „Lernumgebung“ gehören auch Gastronomie, Service und Unterkunft, für die im Katholisch-Sozialen Institut hohe Qualitätsstandards gelten.

Schließlich soll den Gästen der Zugang zu moderner Kunst in unterschiedlichen Ausprägungen eröffnet 
werden. Das Haus verfügt auch über eine Sammlung von Kunstwerken, die in Form eines Kunstparcours einen Einblick in die Entwicklungen der Kunst im 20. Jahrhundert bietet.  

 

Hier geht´s zur Angebots- und Programmübersicht: www.tagen.erzbistum-koeln.de/ksi

 

KATHOLISCH-SOZIALES INSTITUT
Bergstraße 26

 

 

 

 

 

 

 

ENGELBERT HUMPERDINCK MUSIKSCHULE

 

Humperdinck hätte sicher seine Freude

An erster Stelle steht der Spaß am Musizieren

 

Die Musikschule ist das Kompetenzzentrum für musikalische Bildung und Erziehung und damit für lebenslange Beschäftigung mit Musik. Sie eröffnet ihren Schülern Möglichkeiten zum qualitätsvollen gemeinschaftlichen Musizieren in der Musikschule, in der allgemeinbildenden Schule, in der Familie und in Form des Laienmusizierens. Daher gibt es auch eine enge Kooperation mit Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenzentren.

 

Aufgaben der Humperdinck-Musikschule sind die musikalische Grundbildung, die Breitenförderung, die Begabtenfindung und -förderung sowie die Vorbereitung besonders begabter Schüler auf ein Musikstudium. Besonders das Musizieren im Ensemble in Unter-, Mittel- und Oberstufe ist regelmäßiger Bestandteil der Ausbildung. Mit dem Bereich der Ensemble- und Ergänzungsfelder schlägt sie Brücken zu anderen Künsten und kulturellen Aktivitäten. Die Musikschule ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen (VdM), orientiert sich verbindlich an dessen Strukturplan und folgt damit bundesweiten Qualitätsstandards. Sie deckt alle Bereiche des Instrumental- und Vokalunterrichts ab und richtet sich mit ihrem Angebot an jede Altersgruppe. An unterschiedlichsten Orten der Stadt und der Umgebung finden zahlreiche Konzerte und Wettbewerbe von und für Jung und Alt statt.

Im pädagogischen Bereich hat die Musikschule ihre Zusammenarbeit mit allgemeinbildenden Schulen und Kindertagesstätten ausgebaut. Ihre Offensive, Musikschulunterricht auch dort anzubieten, ist eine Reaktion auf die zunehmende Tendenz, dass Kinder und Jugendliche immer länger an den schulischen Ganztag gebunden sind und ihnen so der nötige Freiraum für Musik im Privaten fehlt. 

 

Die Institution hat sich auch mit der im historischen Zeughaus angesiedelten Humperdinck-Musikwerkstatt sowie der Stiftung Engelbert Humperdinck Siegburg einen weit über die Region hinausgehenden Namen gemacht. Und zwar mit der Veröffentlichung von Notenerst- bzw. Neuausgaben nicht gedruckter oder nicht mehr erhältlicher Werke des in Siegburg geborenen Komponisten Engelbert Humperdinck (1854-1921) ebenso wie mit CD-Produktionen, die aus Projekten der Musikwerkstatt entstehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit besteht in der Förderung qualifizierter Nachwuchsmusiker und Komponisten durch die Vergabe von Stipendien und Auftragskompositionen sowie durch Uraufführungen zeitgenössischer Musik. Das Manuskriptarchiv des deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) liegt seit 2006 komplett in der Musikwerkstatt vor. Das Archiv bietet allen Komponisten, die Mitglied im DTKV sind, die Möglichkeit, ihre Werke – sofern sie nicht in einem Verlag publiziert sind – einzureichen und archivieren zu lassen. Im Laufe der Zeit sind insgesamt etwa 1.900 Werke in dieses Archiv gelangt, die einen Spiegel zeitgenössischen Komponierens darstellen. Regelmäßig werden ausgewählte Werke daraus in Konzerten vorgestellt.
Für die Szene der Neuen Musik gilt die Musikwerkstatt (neben dem Münchner Archiv des DTKV) innerhalb Deutschlands inzwischen als eine zentrale Institution.

 

Der von der Siegburger Musikschule durchgeführte Kompositionswettbewerb der Kreisstadt Siegburg zählt international zu einem der renommiertesten Preise für zeitgenössische Musik. Musikschule und Musikwerkstatt organisieren und bestreiten zudem die Konzertreihen „Humperdinck Musikfest“, „Kammermusiktage“ und „Tage der Musikwerkstatt“. Nicht zu vergessen: Das Musikschulorchester „Junge Symphonie Siegburg“, das mit seiner hohen Qualität einen festen Platz in der lokalen Musiklandschaft hat.
Und natürlich die Band „Baroque in Blue“, die sich aus Lehrern der Musikschule zusammensetzt und unter anderem bei der Open-Air Veranstaltungsreihe „Mittwochs live“ zeigt, dass Jazz und Rock kein Tabu, sondern – ganz im Gegenteil – ein Teil des vielseitigen Musikspektrums  der Musikschule sind.

 

Musikalisches  www.engelbert-humperdinck-musikschule.de

 

 

Engelbert-Humperdinck-Musikschule

Humperdinckstr. 27

 

 

 

 

 

Stadtbibliothek im Kulturhaus

 

Siegburger Literaturwochen

Von den Klassikern bis zur Gegenwart

 

Zum 38. Mal schon finden in diesem Jahr die Siegburger Literaturwochen statt, die längst zu den kulturellen Highlights zählen und in der gesamten Region bekannt und beliebt sind. Was uns immer wieder erstaunt, ist die kontinuierliche Steigerung an Qualität, hochrangigen Künstlern und Themenvielfalt. 

Die diesjährige Veranstaltungsreihe ist literarisch, musikalisch, politisch, historisch, spannend, heiter und in ihrer Gesamtheit ein Familienprogramm für „jedermann“.

 

In diesem Jahre werden Klassiker, die in der heutigen Zeit wieder brandaktuell sind, sowie die junger Gegenwartsliteratur gegenübergestellt. Auf vielfachen Besucherwusch gibt es außerdem wieder moderierte und musikalisch begleitete Darbietungen. Zu Recht, wie wir meinen. Denn: Sprache verbindet, erklärt, vermittelt Wissen, bereichert, ändert vielleicht die Sichtweise auf die Dinge, ist unbeschreiblich in ihrer Vielfältigkeit und Wirkungsweise. Vor allem weckt sie Emotionen. Besonders, wenn sie von Musik begleitet wird.

Da das „gesprochene Buch“ derzeit nahezu gleichwertig neben den Printausgaben den Markt beherrscht, lesen erstmals bekannte Schauspieler aus ihren bemerkenswerten Hörspieladaptionen.

 

Das Programm ist facettenreich und ein Spiegel der vielfältigen Interessen unterschiedlichster Menschen aller Altersgruppen. Überraschung, Inspiration, die Entführung in andere Welten und die Entdeckung von Sprachvielfalt – das wollen die Macher
der Literaturwochen um Bibliotheksleiterin Christiane Bonse bieten. Wir sind schon jetzt überzeugt, dass ihnen das perfekt gelungen ist. 

 

 

Was uns erwartet:

Erzählkunst, politische Weitsicht und die kritische Sicht auf ein menschliches Miteinander werden von den Schauspielern Heikko Deutschmann und Thomas Heinze perfekt rezitiert und inszeniert. 

 

Edgar Wolfrum macht in „Welt im Zwiespalt“ das 20. Jahrhundert mit all
seiner Zerrissenheit und den daraus resultierenden Herausforderungen für das 21. Jahrhundert verständlich.

 

Thekla Carola Wied, Sky du Mont, Tim Michalak, Christian Ubber, Hanno Friedrich und Oliver Steller sind mit „biographisch-musikalischem“ Lesegut vertreten.

 

Thomas von Steinaecker, junge Autoren vom Leipziger Literaturinstitut und die Siegburger Literaturwerkstatt präsentieren aktuelle Gegenwartsliteratur.  

 

Für Spannung und Entspannung sorgen Edgar Rai & Hans Rath mit ihrem Kriminalroman „Bullenbrüder“ sowie Manuel Andrack mit „Lebenslänglich Fußball – Vom Wahnsinn, Fan zu sein“

 

 

Was es sonst noch gibt – nicht nur für die „Kleinsten“:

„Die unsinkbaren Drei“ kommen unter der Führung von Kapitän Flitschauge „sehr piratig“ daher, Chris Kramer und „die kleine Mundharmonika“ nehmen die Kinder mit auf eine musikalische Lesereise. Trotz mitreißender Musik lernen die Kinder auf dieser Reise ganz nebenbei etwas über Toleranz, Respekt und innere Werte. Stefan Sell entführt die Kinder  in die Welt der Grimmschen Märchen, er erzählt in uralter Tradition, spielt, rappt und rockt dazu die passende Musik. 

 

Und, neugierig geworden? 

 

Literarisches www.stadtbibliothek-siegburg.de

 

 

Stadtbibliothek im Kulturhaus

Griesgasse 11
53721 Siegburg
02241/10275-11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SIEGBURGS TÖPFERKUNST

 

Siegburger Keramik

Bis zum 17ten Jahrhundert europaweiter Exportschlager

 

Töpfer sind in Siegburg seit der Stadtgründung nachgewiesen. Die reichen Tonvorkommen im Stadtgebiet und der näheren Umgebung lockte sie magisch an. Denn damals zog der Handwerker zum Arbeitsmaterial, der Transport von Rohton zu entfernt liegenden Arbeitsstätten war undenkbar. Die ersten Töpfer arbeiteten am Lendersberg in Kaldauen und in der Nähe des Uhlrather Hofes auf dem Brückberg. Doch schon bald zogen sie mit ihren Werkstätten in eine eigene Vorstadt, die sich längs der heute noch nach ihren Produkten benannten Straße erstreckte: die Aulgasse, umgangssprachlich von lateinisch ola = der Topf. Dort befanden sich auch die in der Renaissance so geschätzten weißen Tonvorkommen, wie ein weiterer Straßenname, die Dokaule = Tonkuhle/-grube, belegt.

Die Produkte aus der Anfangszeit ähneln in Form und Gestalt der Gebrauchskeramik, wie sie im gesamten Rheinland damals hergestellt wurde. Einfache, lediglich durch Rillen verzierte, dunkle Gefäße dienten zum Kochen und als Geschirr.

Erst in der Spätgotik tauchen Gefäße mit eigenständigen Verzierungen auf. Es wurden zum Beispiel doppelwandige kleine Krüge gedreht, deren Außenwand kunstvoll mit gotischen Fischblasen-Mustern durchbrochen wurde und die im Inneren ein kleines, nicht durchbrochenes Gefäß zur Aufbewahrung einer Flüssigkeit enthielten. Doch erst mit der Einführung einer völlig neuen Technik begann eine Entwicklung hin zu höchster Kunstfertigkeit, die Beachtung in ganz Europa fand.

Die Töpfer arbeiteten mit Fußdrehscheiben, deren Achse in der Erde versenkt und durch eine Lage großer Steine befestigt und verankert war. In einem ersten Arbeitsschritt wurde das zu verzierende Gefäß, eine Schnelle, ein Trichterkrug oder auch eine Pulle gedreht und dann zum Trocknen gestellt. War das Gefäß nach ein bis zwei Tagen „lederhart“ abgetrocknet, konnte es zum Dekorieren weiter bearbeitet werden. Der Töpfer nahm ein Modell und drückte und strich die gesamte Bildseite mit einer dünnen Tonschicht ab. Da diese Modelle ebenfalls aus Ton hergestellt, aber nur leicht gebrannt waren und damit Wasser aufnehmen konnten, sog die Form aus dem frischen Ton die gesamte Feuchtigkeit weg und der Töpfer konnte das Bild als dünne Tonplatte leicht aus der „Matrize“ heraus klopfen oder abziehen. Im nächsten Arbeitsschritt wurde auf dem gedrehten, getrockneten Topf die zu verzierende Stelle mit dünnflüssig angerührtem Ton (Tonschlicker) eingestrichen. Der Topf sog die Feuchtigkeit umgehend auf und diesen Moment nutzt der Töpfer und drückte seine Tonverzierung auf den Topf. Diese Arbeit musste schnell und gleichmäßig erfolgen, sonst platzte die Verzierung beim Brennvorgang ab. Anschließen wurden die Ränder der Bildauflage noch verstrichen und geglättet.

Ein mit Auflagen, also Tonbildern, verziertes Gefäß bedeutete mindestens zwei Arbeitsgänge, rechnet man das Anbringen der Henkel, was direkt im Anschluss an das Drehen geschah, nicht als separaten Arbeitsgang hinzu. Insgesamt war die ganze Prozedur wesentlich aufwendigerer als das Drehen einer unverzierten Gebrauchskeramik und deshalb in den Zunftbriefen auch als „Herrenwerk“ benannt.

Da gab es ornamentale Bandverzierungen, beliebt bei Pullen und Schnabelkannen, meist kombiniert mit separat aufgelegten Bildmotiven. Bei diesen waren biblische Themen ebenso beliebt wie Bilder aus der Antike, Wappen fertigte man auf Bestellung. Zusätzlich wurden die Bilder gerne mit aufwendigem Rankenwerk umgeben und machten jedes Gefäß zu einem künstlerischen Unikat.

Diese reich verzierte, sogenannte „weiße Ware“ erfreut sich seit dem 19ten Jahrhundert der Beliebtheit bei Sammlern, da sie vom hohen handwerklichen Können und künstlerischem Gestalten der Siegburger Töpfer in der zweiten Hälfte des 16ten, zu Beginn des 17ten Jahrhunderts zeugen.

 

Neugierig geworden?
Dann viel Spaß in der „Keramikabteilung“ des Museums im Kulturhaus. Da sind nämlich unzählige der Prachtexemplare zu bewundern.

 

 

 

TÖPFERMEISTER ILJA FRENZEL

 

Wahrung der Tradition

Ein Leben mit Keramik

 

Die Töpferei ist seine Leidenschaft, Keramik, also gebrannter Ton, fasziniert ihn seit frühester Kindheit. Ilja Frenzel lernte das Töpferhandwerk in der Siegburger Töpferei von der Pike auf, im niederbayerischen Landshut machte er die Meisterprüfung und den Abschluss zum staatlich geprüften Keramikgestalter. Ihm macht es Spaß, so authentisch wie möglich Mittelalterkeramik herzustellen. Becher, Krüge, Kugeltöpfe und viele andere Gefäße, immer nach historischem Vorbild. Da er einige originale Fundstücke besitzt, legt er besonderen Wert auf Details, an denen er studieren kann, wie die alten Meister gearbeitet haben.
Dem Töpfer kam für seine authentische Arbeit ein unglaublicher Zufall zugute. Denn beim Aushub einer Baugrube am oberen Markt fand man genau den weißen Ton, der die Stadt und ihre Töpferwaren einst berühmt machte, weil nur er die hohen Temperaturen von rund 1250° Celsius aushalten kann, die zum Brennen des hochwertigen Steinzeugs nötig sind. Neben der Herstellung von Repliken des berühmten Siegburger Steinzeugs, das sich durch orange-rote Flammspuren und sogenannte Ascheanflugglasuren auszeichnet, ist Frenzel noch auf weitere hochwertige Nachbildungen spezialisiert, die höchstes handwerkliches Können erfordern: Aquamanile. Das sind Handwaschgefäße, wie sie vor allem im 13. Jahrhundert bei der Bürgerschaft beliebt waren. Die wurden eigentlich aus Bronze gefertigt und waren deshalb nur für den Adel erschwinglich. Also ließen die etwas weniger Betuchten Aquamanilen aus Bronze in Ton nachbilden. In dieser Tradition arbeitet Frenzel ebenfalls. Wie schwierig das ist, beschreibt
Frenzel so: „Ist die Aquamanile im Ofen heil geblieben, ist das jedes Mal ein Grund zur Freude.“
Mitfreuen kann sich jeder, der ebenfalls ein Faible für besondere Keramik hat. Denn im Museum des Kulturhauses können die Unikate erworben werden.

 

 

Ilja Frenzel und Kushi Grazzini

Mucherstraße 31

Ruppichteroth

 

Töpferkunst www.ilja-frenzel.de

 

 

 

 

 

 

 

 

ATELIER & GALERIE JÜRGEN SCHMITZ

 

 

Rheinische Landschaften

Magisch, surreal und kraftvoll

 

 

 

Atelier und Galerie des gebürtigen Siegburgers in der Ringstraße sind ein Muss für jeden, der an Schönem interessiert ist. Da muss man kein ausgewiesener Kunstkenner sein, die Bilder von Jürgen Schmitz weder deuten noch hinterfragen, die sprechen für sich. Wir waren da und konnten uns vom Anblick der Arbeiten kaum trennen. Da man viele Bilder aus der Realität kennt, ist ein Rundgang durch die Räume, die voll mit Schmitz´ Werken hängen, so spannend. Landschaften zwischen Siegburg, Sankt Augustin, Troisdorf und Niederkassel sind häufige Motive des 64-Jährigen, der an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studiert hat und seit 1982 als freischaffender Maler in Siegburg tätig ist. Bei anderen Bildern meint man aber auch nur, die Orte zu kennen, denn manchmal malt der Künstler auch Fantasielandschaften.


Mit einer unglaublichen Akribie und technisch perfekt umgesetzt – wie Fotografien. Aber nicht eins seiner Bilder macht auch nur im Entferntesten den Eindruck eines Postkartenmotivs. Da wir keine Experten sind, zitieren wir lieber den Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Frank Günter Zehnder. Der hat über Schmitz geschrieben: „Der rheinische Maler Jürgen Schmitz ist ambitionierter Landschaftsmaler und Vertreter eines besonderen zeitgenössischen Realismus. Ohne jeden Anklang an die übliche Idyllen- und Heimatmalerei widmet er sich vor allem der Darstellung des Rheins sowie der Städte und angrenzenden Landschaften dieser großen Region. Obgleich sich in seinem bisherigen Werk auch eindrucksvolle Panoramen aus anderen Ländern wie z. B. Irland und zu weiteren Großstädten wie beispielsweise Frankfurt/M. finden, gilt seine malerische Leidenschaft doch zweifellos dem Rheinland.“ Es gehe dem Maler nicht um eine möglichst genaue Abbildung der Realität, sagt der Fachmann „sondern um unterschiedliche Akzente und Bildwirkungen. Denn in seinen Gemälden tragen sowohl die Weitblicke als auch die Ausschnitte aus Landschaft, Stadt und Industrie neben allem Verismus einen magischen oder surrealen, einen verfremdenden oder verführerischen Charakter. Häufig liegt ein Hauch von gefährdeter Schönheit und latenten Brüchen in seinen Bildaussagen. Dabei spielen ein hoher Himmel und ein tiefer Horizont, stimmige Farbtöne und eine eigenwillige Lichtführung wichtige Rollen. Der autonome Stil, der zugleich kraftvoll und sensibel ist, leistet einen wichtigen Beitrag zur aktuellen realistischen Malerei.

 

Die stillen Gemälde verbinden Beobachtung mit Erfindung. So fügen sie Landschaft und Himmel aus verschiedenen Beobachtungssituationen zueinander und sind damit subjektiv entwickelte Kompositionen. Sie setzen auf eigenwillige Weise die lange Tradition der sogenannten idealen Landschaft mit einem modernen Verständnis von Wahrnehmung und Interpretation fort. Die Bildwelten von Jürgen Schmitz bergen Entdeckung und Erinnerung, Vision und Versenkung.“


Damit ist wirklich alles gesagt. Wer nicht alles verstanden hat, wird nach einem Besuch beim Künstler genau wissen,
was gemeint ist. Denn was der Professor in Worte gefasst hat, ist genau das, was man bei den Bildern empfindet.
Seit 1980 hat Jürgen Schmitz seine Arbeiten bei zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, war auf den internationalen Kunstmärkten in Köln und Düsseldorf, dem Kunstmarkt Göttingen, auf der Großen Düsseldorfer Kunstausstellung
und der Art Basel vertreten. Außerdem hängen seine Bilder unter anderem in Museen, in Ministerien und im Bundeskanzleramt.


Und vielleicht ja auch bald bei dir.

 

 

Die Galerie hat keine feste Öffnungszeiten, bitte vereinbare einen Termin –
telefonisch unter 02241-52764 oder per E-Mail unter kunst@juergen-schmitz.com

 

Atelier & Galerie Jürgen Schmitz

Ringstraße 2

53721 Siegburg

 

 

Ausstellungstermine www.juergen-schmitz.com

 

 

 

 

STUDIOBÜHNE

Emotionale Achterbahnfahrt

Wo Realität und Kopfkino verschmelzen

 

„Licht aus, Spot an“ lautete die legendäre Ansage von Ilja Richter, mit der er seine Show „Disco“ zwischen 1971 und 1982 jedes Mal eröffnete. In der Studiobühne ist es ähnlich. Da gibt zwar niemand dieses Kommando, was auch ziemlich albern wäre, aber genauso funktioniert es da. Sobald du auf einem der roten ehemaligen Kinosessel Platz genommen hast, hebt sich kein Vorhang, sondern die Scheinwerfer gehen an und die Post ab.

Fast auf Tuchfühlung und oft im direkten Blickkontakt mit den Schauspielern wird jeder einzelne Besucher förmlich in die Handlung hineingezogen, die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerrang verschwimmt, und man ist mittendrin im Geschehen. Das Publikum leidet, amüsiert sich, lacht und fühlt mit. Hautnah mit den Darstellern. Es erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Hochleistungssport für Geist und Seele. Beeindruckender, stimmungsgeladener und fesselnder kann Theater nicht sein. Mal provokant, mal schräg, mal saukomisch, mal tief berührend. Und vor allem: Immer inspirierend. Ein mit Herzblut aufgeladenes Flair, Individualität und Liebe zum Detail sind die Markenzeichen des kleinen Zimmertheaters mit den ganz großen Inszenierungen.

Reines „Bespaßen“ und oberflächlicher Konsum des Publikums sind nicht die Intention der Studiobühne. Sie produziert Bilder mit Nachhaltigkeit, will zum Nachdenken und zur kritischen Auseinandersetzung anregen, andererseits beste Unterhaltung zur Entspannung bieten. Das ist ja kein Widerspruch.
Mit jährlich vier bis sechs Premieren und einem faszinierenden und abwechslungsreichen Programm ist die Studiobühne eine nicht mehr wegzudenkende Kulturstätte für den gesamten Rhein-Sieg-Kreis geworden. Auf dem Spielplan steht eine attraktive Mischung von Boulevardkomödie über Kinder- und Jugendtheater bis hin zu Klassikern und gesellschaftspolitischen Stücken. Die Bühne wird von Profis, Studenten der dazu gehörigen Schauspielschule und im Rahmen der Erwachsenenbildung auch von Laien bespielt. Die von Kindern und Jugendlichen im angegliederten „Theater Tollhaus“ erarbeiteten Stücke kommen ebenfalls in der Studiobühne zur Aufführung und sind fester Programmpunkt im Spielplan.


Fehlt nur noch, dass zum Schluss jemand erscheint und dem Publikum wie weiland Hans Rosenthal bei der Quizsendung „Dalli, dalli“ zuruft: „Sie sind der Meinung, das war …“ und das gesamte Theater brüllt: „Spitze“. Das haben wir zum Glück noch nicht erlebt, tosenden Applaus nach einer Vorstellung
eigentlich immer. Zu Recht.

 

 

 

 

 

Studiobühne

Humperdinckstr. 27

53721 Siegburg

 

Spielplan & Infos www.theaterseite.de

 

 

 

 

 

 

 

Stadtgeschichte. Abtei Michaelsberg

 

Trotz Krieg, Zerstörung und Vertreibung

Siegburgs Wahrzeichen lebt

 

Als die letzten Benediktiner 2011 den Michaelsberg verließen, schien auch das Ende des Klosters mit dem Wahrzeichen der Stadt, der heutigen Kirche
St. Michael, und der Abtei als geistliches Zentrum gekommen. Wie schon mehrmals zuvor in der jahrhundertelangen Geschichte. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde 1803 die Anordnung Napoleons zur Aufhebung der Klöster umgesetzt und auch in Siegburg die Säkularisation vollzogen. 739 Jahre nach Gründung des Klosters im Jahr 1064 durch den Kölner Erzbischof Anno. Abt Johann Speyart von Woerden und seine Mitbrüder wurden fortgeschickt. 

Die Abteigebäude nutzte man zunächst als Kaserne, 1818 als Irrenheilanstalt und von 1878 an als Zuchthaus. 1914 zog erneut ein Benediktinerorden, Mönche aus dem niederländischen Merkelbeeck, dort ein. Einen erneuten Rückschlag gab es für den Konvent, als der Orden am 6. Mai 1941 durch die Gestapo gezwungen wurde, das Haus zu verlassen und erst nach dem Einmarsch der alliierten Truppen zurückkehren konnte. Während in der Stadt Siegburg 35 Prozent der Häuser im Krieg zerstört worden waren, lag die Abtei zu
80 Prozent in Schutt und Asche. 1947 stand die Klostergemeinschaft der Benediktiner vor der Wahl, sich eine neue Heimat zu suchen. Die Mönche beschlossen, zu bleiben. Der damalige Abt Ildefons Schulte-Strathaus wird in einem Zeitungsbericht zitiert: „Wir entschieden uns für den Aufbau und schöpften Mut nicht zuletzt aus dem Wissen, dass unsere Brüder auf dem weltbekannten Monte Cassino trotz noch stärkerer Zerstörung ebenfalls diesen Mut aufbringen“. 

Unterstützung beim Wiederaufbau erhielten die Mönche vom 1948 gegründeten und bis heute noch sehr aktiven Verein der Freunde und Förderer des Michaelsberges. Es gab einiges zu tun. So berichtete die damals als einzige Tageszeitung erscheinende Kölnische Rundschau in ihrem Heimatteil Siegkreis: „Das ganze Dach der Gebäulichkeiten, große Teile des Nord- und Ostflügels und der Nebengebäude, die prachtvolle Kirche mit Ausnahme des Turmes und der Chorrundung fielen dem Krieg zum Opfer. Der kunstvolle St.-Benedikt-Altar wurde noch in den letzten Tagen des Krieges zertrümmert.“ 

Ihre Zuversicht und den Optimismus hatten die Mönche und Siegburger Bürger nie verloren. So feierte man im Juli 1947 in der Kirchenruine gemeinsam gleich acht Tage lang den 1400. Geburtstag des Ordensgründers Benedikt. Ungewissheit herrschte lange, was nach dem Abschied der Benediktiner werden sollte. Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner machte die Zukunft der ehemaligen Abtei zur Chefsache. Zunächst holte er sechs Mönche vom Orden der Unbeschuhten Karmeliter auf den Berg, die dort 2013 im ehemaligen Jugendgästehaus der Benediktiner ihren Karmel bezogen und sorgte so dafür, dass die lange Tradition des monastischen Lebens in der Abtei fortgeführt werden kann. 

Dann nahm er den Siegburgern mit einem Paukenschlag alle Sorgen. Denn auch die Ansiedlung des Katholisch-Sozialen Institutes (KSI) geht auf sein Engagement zurück, „durch das er die Bedeutung des Siegburger Wahrzeichens als „Leuchtturm des Glaubens“ für Siegburg, die Region und das gesamte Erzbistum Köln maßgeblich geprägt hat“, wie es auf der Homepage des KSI heißt.

Noch mehr spannenden und fundierten „Geschichtsunterricht“ bieten die „Siegburger Blätter“.

Erhältlich im Museums-Shop.

 

 

 

 

 

SCHATZKAMMER ST. SERVATIUS

 

 

 

Integrierter Teil der Kirche

Lebendiger Ort und kein Museum

 

 

Den Grundstock des Kirchenschatzes legte der Kölner Erzbischof Anno II. (amt. 1056–1075), indem er dem von ihm gegründeten Kloster St. Michael zahlreiche bedeutende Reliquien schenkte. Seine Gebeine wurden mit seiner Heiligsprechung im Jahre 1183 selbst Teil des Schatzes und fortan im prachtvollen Annoschrein aufbewahrt. Gleichzeitig wurden weitere Schreine und Reliquiare in Auftrag gegeben. Nach aufwendigen Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen konnte die Servatiuskirche im September letzten Jahres  wieder eröffnet werden, jetzt wird noch mit Hochdruck an der Fertigstellung der Schatzkammer gearbeitet, die völlig umgebaut, modernisiert und auf die komplette Südempore ausgeweitet wurde. Lediglich durch ein Gitter abgesperrt, fällt zukünftig der Blick dort auf den Anno-Schrein sowie auf den Mauritius-, Benignus und Honoratus-Schrein. Der Appolinaris-Schrein findet nach der Restaurierung im Hochaltar seinen Platz. Der Benignus-Schrein wird ebenfalls erst nach seiner Konservierung, voraussichtlich ab Oktober, in St. Servatius zu sehen sein.

 

Bereits 1994 wurde mit der Restaurierung der insgesamt fünf Schreine begonnen. In der neu gestalteten und erweiterten Schatzkammer können demnächst insgesamt 72 Exponate, die zum Teil in Schubladen versteckt lagerten, hinter Glas besichtigt werden. Der Schatz ist deshalb so bedeutend, weil die einzelnen Stücke des ehemaligen Benediktiner-Abteischatzes an einem Ort erhalten geblieben und nicht während der Säkularisierung über verschiedene Standorte verstreut worden sind. Zu den wertvollsten Exponaten zählt der so genannte Löwenstoff aus dem vierten Jahrhundert. Den brachte die byzantinische Prinzessin Theophanu aus Anlass ihrer Vermählung mit Kaiser Otto II. im Jahre 972 mit in die Ehe. Später hat man den Stoff im Annoschrein entdeckt. In ihm waren die Knochen des Heiligen eingewickelt. Am 18. September wird die Schatzkammer offiziell mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Der findet allerdings nicht in der Servatiuskirche, sondern in der ehemaligen Abteikirche auf dem Michaelsberg statt.

 

Denn am 22. September vor genau 950 Jahren wurde die geweiht. In einer Prozession ziehen die Gläubigen dann zur Servatiuskirche. Außerdem wird ein attraktives Rahmenprogramm mit Vorträgen, einem Symposium, Kabarett, einer Ausstellung sowie Konzerten geboten.


Wir meinen: Der Besuch der Schatzkammer ist für alle Siegburger, aber auch Kunstinteressierte aus der Umgebung absolut empfehlenswert. Nicht nur Gläubige werden bei seinem Anblick ein wenig ehrfürchtig.

 

ST. SERVATIUS

Kirchplatz

 

 

 

 

 

 

ZEUGHAUS

 

 

Engelbert Humperdinck Musikschule und Musikwerkstatt

Was sich hinter dicken Mauern so alles verbirgt

 

 

Mit einem einzigen Gebäude in die Geschichte eingehen – Siegburg hat es fast geschafft. Mit seinem Zeughaus in der gleichnamigen Straße Nummer 5, in dem heute die Musikschule und die Engelbert Humperdinck Musikwerkstatt beheimatet sind. Denn während der Europäischen Revolution 1848/1849 fand der sogenannte Sturm auf das Siegburger Zeughaus statt, der von Bonn ausging.


Am 10. Mai 1849, angeführt vom damaligen Student und Präsident des neugegründeten demokratischen Studentenvereins in Bonn Carl Schurz (der es später sogar unter Präsident Rutherford B. Hayes zum Innenminister in Amerika schaffte) und seinem Professor Gottfried Kinkel. In der Kreisstadt wollten sich die Revoluzzer mit Waffen eindecken. Bis in die Kaplaneigasse – wie die Zeughausstraße bis 1859 hieß – schafften sie es allerdings nicht. In Hangelar wurde der Zug gestoppt. Errichtet wurde das Zeughaus nach der Ernennung Siegburgs zur Kreisstadt des Siegkreises um das Jahr 1830 als Waffenlager der Bürgerwehr. Vermutlich seit Ende des Ersten Weltkriegs stand das Gebäude leer. 1927 erfolgte ein Umbau, im Erdgeschoss wurde das Zollamt untergebracht, im ersten und zweiten Obergeschoss sowie unter dem Dach entstanden Wohnungen. Nach einem erneuten Umbau und einer kompletten Sanierung zog schließlich 2004 die 1999 ins Leben gerufene Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck ein.

 

Die Musikwerkstatt wurde im Rahmen des Bonn/Berlin-Gesetzes als Ausgleichsmaßnahme für die Region Bonn-Rhein-Sieg eingerichtet. Ihre Aufgaben bestehen unter anderem in der Erforschung und Aufarbeitung von Leben und Werk des in Siegburg geborenen Komponisten Engelbert Humperdinck, in der Nachwuchsförderung junger Komponisten durch Vergabe von Kompositionsaufträgen, der Förderung von jungen hochbegabten Instrumentalisten durch Konzertmöglichkeit und professionelle CD-Aufnahme, in der Unterstützung von Schul- und Bandprojekten, unter anderem mit der Möglichkeit professioneller CD-Aufnahmen. Außerdem bietet sie Interpretations- und Kompositionsworkshops.


Bundesweite Bekanntheit hat die Musikwerkstatt mit Hilfe der Engelbert-Humperdinck-Stiftung erlangt. Die hat sich die Förderung von Kunst und Kultur in der Region Bonn-Rhein-Sieg zur Aufgabe gemacht. Insbesondere der Förderung zeitgenössischer Musik durch die Musikwerkstatt. Die Musikwerkstatt besitzt seit dem Jahr 2006 rund 2000 Kompositionen, die beim Manuskriptarchiv des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) in München archiviert sind, als Duplikat. Es handelt sich durchweg um Werke von jungen Nachwuchskomponisten bis hin zu etablierten Kompositionsprofessoren an den Musikhochschulen, die bisher in keinem Verlag veröffentlicht wurden. In zwei Konzerten pro Jahr  werden ausgewählte Werke daraus der Öffentlichkeit vorgestellt. Von 2006 bis 2015 kamen 230 Kompositionen neu ins Archiv, in 33 Konzerten wurden 140 Kompositionen aufgeführt und oft sogar uraufgeführt, 23 Werke auf drei CDs eingespielt.

 

 

Also, wenn du auch etwas komponiert hast oder dein Kind zum Klavierunterricht anmelden möchtest. Eine bessere Adresse können wir nicht nennen.

 

Zeughausstraße 5

53721 Siegburg

 

 

 

 

 

 

BUCHHANDLUNG – GEBRÜDER REMMEL

 

Die ganze Welt der Literatur

und Kunst im Oberstübchen

 

 

 

Im Laufe der Jahre hat sich die Buchhandlung R² der Gebrüder Andreas und Paul Remmel im historischen Fachwerkhaus „Zum Tannenbaum“ zu einem kulturellen Begegnungsort entwickelt und unterscheidet sich mit ihrer Angebotsvielfalt deutlich vom auf den reinen Bücherverkauf konzentrierten Großhandel.
Neben einer umfangreichen Auswahl an Romanen, Biographien, Klassikern, Lyrik, Musikalien, Kunst und Fotokunst sowie einem modernen Antiquariat bietet sie ein eigenes Kultur- und Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Vorträgen, kleineren Ausstellungen, Versammlungen diverser Literatur- und Kunstkreise, Theater und Musikveranstaltungen. Ab 2017 organisieren Remmels auch „literarische Tagesausflüge“.
Jetzt haben die Inhaber noch eine kleine, aber feine Kunst- und Grafikabteilung im Oberstübchen der Buchhandlung eingerichtet und wir uns direkt einmal umgeschaut: Neben anderen ist ein Ständer für Künstler aus Siegburg und der näheren Umgebung reserviert. Die Bilder sind nämlich nicht wie bei einer Ausstellung gerahmt an Wänden aufgehängt, sondern in Ständern und auf Tischen ausgelegt. Das Ganze funktioniert so: Drei bis fünf Arbeiten werden für drei Monate gezeigt, dann ist „Schichtwechsel“: entweder tauschen die jeweiligen Künstler ihre Grafiken aus, oder Werke anderer Künstler finden den Weg in die Kunst-Krippen. Die Preise bestimmen die Künstler, nicht die Buchhandlung.
Die Stadtverführer wollten wissen, welche Voraussetzung erfüllt sein muss, um in die Grafikabteilung aufgenommen zu werden. Ganz einfach: Die Arbeiten müssen den Brüdern selbst gefallen, das war ´s auch schon. Seit dem Start im Februar sind Christine Lamade, Annette Preiß, Sibylle Schwarz, Zoe Toms, Katja Zander und Jürgen Oppermann-Vosteen mit ihren kleinformatigen Bildern vertreten.
Zurzeit überlegt das R², feste Termine anzubieten, an denen Interessenten mit den Künstlern vor Ort ins Gespräch kommen können. Das passt natürlich ideal in das Konzept des Hauses als Ort der Begegnung. Wenn es soweit ist, gibt es nähere Infos vom Stadverführer.
Alle Termine sowie Lesetipps finden sich natürlich auch auf der Homepage des R².

 

 

BUCHHANDLUNG R²

HOLGASSE 45

53721 SIEGBURG

 

 

Informationen www.bvb-remmel.de

 

 

 

 

 

 

10 Jahre Rhein-Sieg-Halle

Mit Vielfalt auf der Erfolgsspur

 

 

 

Großes Theater, Kabarett vom Feinsten, Ballett, Musical, mitreißende Show oder Party, Rock, Pop oder Klassik – was darf´s sein? Geboten wird alles. Wir sprechen hier tatsächlich von Siegburg, nicht von Köln oder Bonn. Wer was erleben will, muss nicht in die Nachbarstädte schielen. Die Rhein-Sieg-Halle deckt mit ihrem Programm die gesamte Palette von Entertainment in all ihren Facetten ab. Da wird der Mainstream mit leichter Unterhaltungskost ebenso bedient wie der hohe Anspruch an künstlerische Extraklasse. Das sehen wir nicht als „Tanz auf allen Hochzeiten“. Die Rhein-Sieg-Halle versteht sich ja auch selbst als „Theater der Vielfalt“. Sowohl im Hinblick auf die Veranstaltungen als auch in Bezug auf ihre Gäste. Da findet der eine den tanzenden Schwan zum Sterben schön, der andere möchte bei einem bekannten Comedian einfach nur herzhaft lachen.


Jeder kommt auf seine Kosten. Wohlfühl-Atmosphäre herrscht aber nicht nur im Saal, sondern auch im Foyer, wo mit einem Drink an der Bar der perfekte Start in einen unvergesslichen Abend garantiert ist. Wer möchte, kann sich und seinen Freunden, Bekannten oder Gästen in der Pause die Getränke an einen reservierten Tisch bringen lassen.

 

Aber die Rhein-Sieg-Halle steht noch für viel mehr. Rund 10.000 Jecke feiern hier jedes Jahr Karneval und circa 4.000 Abiturienten aus der gesamten Region zelebrieren im festlich geschmückten Saal ihren Abschied von der Schulzeit. Darüber hinaus wählen
immer häufiger namhafte Firmen und Agenturen die Halle für Tagungen und Kongresse, verschiedene politische Parteien für ihre Landesparteitage. Die Rhein-Sieg-Halle ist ein Schauplatz unterschiedlichster Veranstaltungen. Eines haben sie alle gemeinsam: sie sind nie alltäglich, keine ist wie die andere. Wer die Halle betritt, erlebt immer das Besondere.


Wir haben einmal die Highlights aus 10 Jahren zusammengefasst und konnten es selbst kaum glauben, wer in der Halle schon alles auf der Bühne stand.


Stammgäste sind mittlerweile unter anderen die kölschen Mundart-Bands Bläck Fööss, Höhner, Brings oder Kasalla. Aus der Comedy- und Kabarettszene sorgten beispielsweise Jürgen von der Lippe, Atze Schröder, Eckhardt von Hirschhausen, Jürgen B. Hausmann, Helge Schneider, Hans Liberg, Ralf Schmitz, Wilfried Schmickler und Caroline Kebekus für ein volles Haus.
Internationale Größen aus Rock und Pop fanden ebenfalls den Weg nach Siegburg: Kool & The Gang, Status Quo oder Kevin Kostner. Für den Bereich Chanson konnten Reinhard Mey und Herman van Veen gewonnen werden und selbst die ungekrönte Königin des Deutschen Schlagers, Helene Fischer, gab sich in Siegburg die Ehre.


Zum festen Bestand des Hallenrepertoires gehören Musicals wie „My Fair Lady“ oder die Ballettaufführungen „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“. Weitere Hochkaräter: Das WDR Sinfonieorchester, das WDR Rundfunkorchester Köln, die WDR Big-Band, die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, Paul Gulda und Emmanuel Ax. 2014 schenkte das Musikkorps der Bundeswehr der Stadt aus alter Verbundenheit zu seinem ehemaligen Standort ein Neujahrskonzert. 2017 rücken die uniformierten Profimusiker zum vierten Mal in Folge an. Darum dürften andere Locations unsere Rhein-Sieg-Halle beneiden.


Internationale Top-Stars wie Waleri Meladse oder Elena Valenga treten für ein nahezu rein russisches Publikum auf.
Schon traditionell lockt Lokalmatador und Tastenvirtuose Stefan Ulbricht mit seiner Boogie & Jazz Night, bei der er auch internationale Gastmusiker präsentiert, die Fans an. Dieses Jahr zum vierten Mal nacheinander.
Die Aufzählung ist nicht komplett. Wir wollen mit dem Ausschnitt nur einmal zeigen, dass in der Rhein-Sieg-Halle, die sich immer mehr zum Kongress- und Veranstaltungszentrum mausert, einiges los ist. Das ganze Jahr.

 

 

Stadtbetriebe Siegburg AöR
FB - Rhein-Sieg-Halle
Bachstraße 1
53721 Siegburg

 

 

Karten-Telefon

0 24 05 - 40 86-0
Montag – Freitag 10 – 19 Uhr
Samstag 12 – 17 Uhr

 

Termine & Informationen www.rhein-sieg-halle.de

 

 

 

 

Bildhauerwerkstatt

„Kloppen bei Kalle“

 

Im nächsten Jahr feiert die Bildhauerwerkstatt von Karl-Heinz Löbach bereits ihr 20-jähriges Bestehen und der Zulauf von Kursteilnehmern ist nach wie vor groß. Die können nämlich flexibel und ohne Druck arbeiten,  sowohl in seinem Atelier als auch auf dem großen Gelände davor ungestört „kloppen“, Lärm und Dreck machen. Woanders ist das kaum möglich. Löbach hat ganz klare Vorstellungen von ernst zu nehmender Bildhauerei.

In Wochenendkursen und begrenzten  Zeiträumen kann sich seiner Meinung nach Kreativität nicht entfalten. Daher überlässt er den „Kollegen“ auch gerne schon einmal den Schlüssel zu seinem Atelier am Trerichsweiher in Siegburg-Brückberg.  Von der Planung bis zur Umsetzung dauert es  nämlich manchmal Tage, Wochen oder Monate, bis eine Skulptur fertiggestellt ist.

Der Bildhauer will „keine kleinen Steinmetze ausbilden“, sondern versucht nach einer „Grundausbildung“ zu inspirieren, beraten, korrigieren und Hilfestellung zu leisten. Bei allen Freiheiten, die er gewährt, besteht er aber bei seinen Kursteilnehmern darauf, dass sie ein klares Ziel formulieren und zunächst ein Modell aus Ton erstellen, bevor es mit Hammer und Meißel oder der „Flex“ an Holz oder Naturstein geht. Hoch professionell und mit ebensolchem Werkzeug, das man in keinem Baumarkt bekommt.

 

Qualität ist bei dem Perfektionisten angesagt. Die Teilnehmer sind überwiegend Stammkunden, mache seit vielen Jahren dabei. Nachwuchs wird von der eingeschworenen Gruppe aber mit offenen Armen empfangen. „Frische Leute bringen frischen Schwung, denn man inspiriert sich ja auch gegenseitig“, weiß die Künstlergemeinde aus eigener Erfahrung.

 

Der Einstieg ist jederzeit möglich. Was den Reiz der Bildhauerei ausmacht, fasst Hannelore Breuer, die bereits seit 19 Jahren „bei Kalle kloppt“, zusammen. Dass man dreidimensional arbeite und jede Figur fühlbar sei. Und dass sie eine innere Befriedigung gebe, Ausgleich zum und Abschalten vom Alltag ermögliche, sagt Franz Josef Schnupp, immerhin schon 15 Jahren Kursteilnehmer.
Das Einzige, was er bereut: Nicht schon viel früher mit der Bildhauerei angefangen zu haben.

 

Auch Interesse?

Nähere Informationen: www.jungesforumkunst.de und da unter „Bildhauerwerkstatt“

 

 

 

 

 

Abseits von Kommerz und Mainstream

 

Das Junge Forum Kunst (JFK) in Siegburg beeinflusst maßgeblich Kunst und Kultur in Siegburg, bietet Malern, Bildhauern, Fotokünstlern und Filmemachern ebenso eine Plattform wie Musikern, Theaterleuten oder Schriftstellern. In seiner Kunst- und Ausstellungshalle an der Luisenstraße, aber auch im gesamten Stadtgebiet, finden regelmäßig Veranstaltungen des Vereins statt, der sich darüber hinaus immer wieder für die Umsetzung neuer Ideen einsetzt und auch von der Stadt als Kooperationspartner gerne in Projekte einbezogen wird. 18 Jahre lang fand beispielsweise auf dem Michaelsberg eine Sommerakademie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene statt, die Teilnehmer aus der gesamten Region anzog und seit den Bauarbeiten des Katholisch Sozialen Instituts dort in verschiedenen Siegburger Stadtteilen weitergeführt wird.

 

Das JFK hat die Förderung von Kunst, Kultur und Bildung in Siegburg zum Zweck. Er wird selbst nicht gefördert und ist daher völlig frei in seinen Entscheidungen, bedient aber auch keine Ansprüche der eigenen Mitglieder. Stattdessen wird jungen Künstlern in der Kunst- und Ausstellungshalle ein Forum geboten, sich erstmals in großen Räumlichkeiten einem breiten Publikum zu präsentieren. Ohne klar definierte Auswahlkriterien. Entscheidend ist nur, ob die Arbeiten interessant sind, ohne akademischen Anspruch.

Das JFK beteiligt sich nicht am Kunst-Wanderzirkus, bei dem die immer gleichen Leute lediglich an verschiedenen Orten zu sehen sind. Der Erfolg gibt dem Verein Recht. Rund 140.000 Besucher zählt das JFK seit 2007 - als die neue Halle bezogen wurde – bei seinen Veranstaltungen von der Einzel- und Gruppenausstellung über Theater, Konzerte, Performances bis zu Lesungen. Der Verein möchte auf keinen Fall den Mainstream bedienen und lehnt alles ab, bei dem die kommerzielle Ausrichtung im Vordergrund steht.

 

„Jeder, der sich mit den Vorstellungen des JFK identifizieren kann oder selbst Ideen einbringen will, rennt bei uns offene Türen ein“, sagt der Vorsitzende, Karl-Heinz Löbach.

 

 

JUNGES FORUM KUNST SIEGBURG e.V.
Luisenstr. 80
53721 Siegburg

 

www.jungesforumkunst.de

 

 

 

 

 

 

 

Katholisch Soziales Institut

Ein Glücksfall für die Stadt

 

 

Alles läuft nach Plan bei den Umbauarbeiten in der ehemaligen Benediktinerabtei und im angeschlossenen Neubau des Katholisch Sozialen Instituts (KSI) auf dem Michaelsberg. Ende des Jahres kann der Umzug von Bad Honnef nach Siegburg erfolgen. Das „soft opening“, also die inoffizielle Eröffnung, für den Veranstaltungsbetrieb im Jahr 2016 ist nach jetzigem Stand der Dinge nicht gefährdet. Die offizielle Einweihungsfeier soll allerdings erst im Sommer 2017 stattfinden.

Aus einem ganz einfachen Grund: Dann ist das Wetter besser geeignet für eine große Party als in den Wintermonaten 2016/2017.


Der Fuß des Neubaus, in dem sich die Tiefgarage mit 100 Stellplätzen befindet wurde bereits mit Naturstein verkleidet. Darüber entstehen Räume für die Verwaltung, Tagungsräume und ein Café. Im ersten Obergeschoss, dem Mansardengeschoss sowie im Dachgeschoss werden Gästezimmer eingerichtet. Die Fenster sind eingesetzt, der Glaskubus, eine gläserne Brücke, die Neu- und Altbau verbindet, steht vor der Vollendung. Das moderne Tagungshaus verfügt über vier Konferenzsäle und 14 Seminarräume, 49 Einzel- und 72 Zweibettzimmer, ein Restaurant für 250 Personen und einen weiteren Speiseraum für 40 Personen.

Die Dachfläche des Neubaus wird begehbar sein, bietet eine Terrasse mit Gartenlandschaft und einem wunderbaren Blick über Siegburg bis hin zum Siebengebirge. Zurzeit läuft die Installation der Haustechnik in den Gebäuden.


Vom KSI profitiert die ganze Stadt. Mit rund 1 000 Veranstaltungen und etwa 20 000 Übernachtungen jährlich ist zu rechnen. Die Gäste werden dann natürlich auch die Stadt besuchen, dort Einkäufe tätigen, kulturelle Angebote wahrnehmen und die der Gastronomie nutzen. Kurz: Es wird noch lebendiger in Siegburg. Ganz abgesehen von der Bereicherung, die das KSI auf gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet selbst darstellt. Denn zahlreiche Veranstaltungen werden öffentlich sein.
Schon heute ist das Interesse an dem 41 Millionen teuren Um- und Anbau zum Tagungshaus groß.

Täglich pilgern Neugierige auf den Berg und machen mit Handy und Kamera Fotos vom Fortschritt der Bauarbeiten.

 

Wie sagt der Bürgermeister immer so schön: „Gut für Siegburg.“ In Bezug auf das KSI sehen wir das genauso.

 

Informationen unter www.erzbistum-koeln.de